Erfahrungsbericht:
Nikon Reflex Nikkor 500/1:8


 

 


Vogel
D2Xs, RF 500/8
  f:8; 1/320s

 


Blumen
D2Xs, RF 500/8
 f:8; 1/800s; ISO 500

 


Kirche
D2Xs, AF-S 24-70/2,8 D
 f:8; 1/400s; ISO 100

 


Monsanto
D3, AF-S 24-70/2,8
  f:3,2; 1/30s

 


Steintreppe
D3, AF-S 24-70/2,8
  f:3,2; 1/80s

Kaufentscheidung

Ein wirklich verlockendes Angebot stellen die Spiegelteleobjektive dar. Erstens kosten sie nur einen Bruchteil von herkömmlichen Linsenobjektiven, was sie besonders bei Amateurfotografen beliebt macht, und zweitens sind sie noch klein, leicht und handlich. 

Durch ihre Konstruktion deren Hauptelemente zwei Spiegel sind, entfällt eine aufwendige Korrektur der Farbfehler, die bei Spiegeln nicht auftritt. Deshalb können die Objektive bei guter optischer Leistung so preiswert hergestellt werden. Leider war das Nikon Objektiv mit einem Neupreis von fast 3.000 DM alles andere als billig. Ich habe es auch nur deshalb gekauft, weil ich es gebraucht in neuwertigem Zustand für 900 DM bekommen habe.

Abbildungsqualität:
Schärfe und Kontrast
**** = gut

 

Helligkeitsverteilung
**** = gut
 
Verzeichnung
**** = gut
 
Streulicht
* = mangelhaft

Das Objketiv ist extrem streulichtempfindlich. Trifft Licht direkt auf die Frontlinse, kann man die Aufnahme gleich vergessen. Man bekommt einen häßlichen, grünen Schleier über das Motiv gelegt:

Leider ist die mitgelieferte Sonnenblende auch sehr kurz, so daß sie kaum einen Schutz darstellt. dafür kann sie aber auch für immer am Objektiv verbleiben, da dies immer noch in den serienmäßig mitgelieferten Köcher passt.

Handhabung
***** = sehr gut

Der Einsatz dieses Objektivs macht richtig Spaß. Damit kann man selbst lange Wanderungen unternehmen..

Weil das Objektiv so klein und kompakt ist, verführt es dazu, aus der Hand zu fotografieren. Dies hat aber keinen Zweck, wenn man nicht mindestens eine 500stel Sekunde bei der Verschlusszeit einstellen kann. Das macht die Verwendung von hohen ISO-Einstellungen erforderlich, da das Objektiv mit der Öffnung von 1:8 alles andere als Lichtstark ist. Dazu kommt noch, dass ein Teil des Lichtes von den Spiegeln absorbiert wird, so dass die tatsächlich vorhandene Lichtmenge noch etwas geringer ist, als bei einem vergleichbaren Linsenobjektiv gleicher Öffnung. Auf der anderen Seite kann das Objektiv nicht abgeblendet werden, so dass die Belichtungssteuerung nur mit der Verschlußzeit erfolgen kann. Die Kamera sollte also mindestens ein 4000stel besser noch eine 8000stel Sekunde zur Verfügung stellen.

Da alle meine Nikon Kamears über eine intelligente ISO Automatik verfügen, kann man die kürzeste Verschlusszeit vorwählen und die Kamera steuert die passende ISO-Empfindlichkeit bei. Ist zu viel Licht vorhanden, wird die Verschlusszeit verringert. Somit ist die nicht verstellbare Blende an den Digitalkameras keine Einschränkung mehr.

Die neuere und derzeit aktuelle Version, über die ich hier schreibe, läßt sich bis auf 1,5 m fokusieren, was schon fast Makroaufnahmen erlaubt.

Lieferumfang
***** = sehr gut
Das Objektiv wird mit einem hochwertigen Lederköcher, einer etwas kurzen, einschraubbaren Gegenlichtblende und einem kleinen Etui mit 6 verschiedenen Filtern ausgeliefert. Die Filter können von hinten als letzte Linse engeschraubt werden, bevor man das Objektiv an die Kamera ansetzt.

Pro & Kontra

+ :
  • sehr kompakt, leicht und handlich,
  • gute Bildqualität,
  • ein Satz Filter wird mitgeliefert,
  • einschraubbare Gegenlichtblende kann für immer am Objektiv verbleiben,
  • sehr kurze Nahdistanz, dadurch großer Abbildungsmaßstab möglich,
  • angenehme Entfernungseinstellung mit riesigem und dadurch feinfühligen Einstellbereich,

- :

  • neu teuer,
  • sehr lichtschwach,
  • keine verstellbare Blende,
  • kein Autofokus möglich,
  • durch dunkles Suchebild fällt auch die manuelle Fokusierung schwer,
  • sehr Streulichtempfindlich,
  • sehr kurze Gegenlichtblende,
  • das Objektiv wird nicht mehr hergestellt.

Fazit

 


© 2010 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 16.02.2010