Erfahrungsbericht:
Nikon D3


 

Baum
D3, AF-S 70-200/2,8 VR
 f:8; 1/320s; ISO 200

 

 



Wasserfall
D3, AF-S 24-70/2,8 D
 f:11; 1/4s; ISO 200

 



Porto
D3, AF-S 24-70/2,8 D
 f:2,8; 1/100s; ISO 3200

 

 



Tobby
D3, AF 80-400/4,5-5,6 VR
 f:11; 1/500s; ISO 200

 

 

Tempel
D3, AF-S 14-24/2,8 D
 f:8; 1/640s; ISO 200

 

 

Storch
D3, AF 80-400/2,8 D VR
 f:8; 1/1000s; ISO 200


 

Kaufentscheidung

Seit Jahren warte ich auf eine digitale Spiegelreflexkamera mit folgenden Eigenschaften:

  • Vollformat Chip,
  • kostet weniger als 6.000 €,
  • mindestens 6 besser 8 bis 10 Megapixel,
  • mindestens 5 Bilder/Sekunde mit großem Zwischenspeicher auch für RAW-Dateien,
  • professioneller, schneller und zuverlässiger Autofokus,
  • robustes und gegen Staub und Feuchtigkeit geschütztes Gehäuse.

Hier ist sie! Die erste Digitalkamera, die alle meine Anforderungen erfüllt: Nikon D3.

Die Nikon D200, D2Xs und die EOS 1D waren schon dicht dran, aber ihnen fehlte der Vollformatsensor, die EOS 1Ds ist viel zu teuer, die EOS 5D bietet kein abgedichtetes Gehäuse, keinen professionellen Autofokus und schafft nur 3 Bilder/Sekunde.

Handhabung
***** = sehr gut (-)

Die Nikon D3 ist die Kamera mit den bisher meisten Funktionen weshalb das Handbuch auch ganze 473 Seiten umfasst! Dennoch ist die Bedienung in den meisten Fällen intuitiv und vom Grundprinzip wie bei allen professionellen Nikon Kameras seit der F5. Leider wurden einige kleine Änderungen gegenüber der D2X und der D200 vorgenommen und meiner Meinung nach verschlechtert. Das betrifft vor allem die Auswahl von Objektiven ohne eingebaute CPU und die Bedienung der ISO-Automatik. Seit dem letzten Firmwareupdate auf Version 2 ist aber zumindest der letzte Punkt wieder wie bei den vorherigen Kameras. Die Bedienung des für mich nicht häufig verwendeten Live-View-Modus finde ich sehr kompliziert.
Die wie in die Hand gegossene Gehäuseform wurde gegenüber der D2 nochmals verbessert, z.B. durch die leicht schräg angeordneten Einstellräder. Und wie jede Profikamera von Nikon ist die Kamera äußerst robust und hervorragend gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt. Leider fehlt die Sensorreinigung wie sie die D300 und D700 bieten.

Belichtung
****** = perfekt!!!
Hier gibt es gar nichts zu kritisieren zusammen mit der D-Lightning Funktion liefert die Kamera ohne manuelles Eingreifen die bestmögliche Belichtung in allen erdenklichen Situationen. Und zur Not stehen auch noch Spot oder Integralmessung sowie automatische Belichtungsreihen zur Verfügung. Besser kann das keine bisher gebaute Kamera.
Der Meßbereich des Belichtungsmessers hat leider nicht ganz mit der Emfindlichkeit des Bildsensors schrittgehalten. Selbst wenn der Belichtungsmesser bei wenig Licht bereits außerhalb seines Arbeitsbereiches liegt ist der CMOS-Chip noch in der Lage brauchbare Bilder aufzunehmen. Hier ist man dann leider auf manuelle Einstellungen angewiesen.
Autofokus
*****= sehr gut
Technisch bedingt decken die AF-Sensoren bei einer Vollformatkamera leider nicht das gesamte Bild ab, was bei DX-Kameras wie der D2Xs möglich ist. Was die Geschwindigkeit und die Zuverlässigkeit angeht habe ich noch keine Kamera besessen, die einen besseren Autofokus geboten hat. Lediglich bei der automatischen Auswahl des Sensors ist eine kleine Bedenkzeit wahrzunehmen. Dafür wird ein intelligenter Algorithmus verwendet und nicht wie bei bisherigen Nikonkameras der Sensor mit der geringsten Entfernung verwendet. Die automatische Verfolgung von bewegten Objekten funktioniert ausgesprochen zuverlässig da die Kamera dazu auch die Informationen des Belichtungsmesssensors verwendet.
Bildqualität
***** = sehr gut (oder besser ???)
Die Beurteilung der Bildqualität setzt sich aus vielen unterschiedlichen Kriterien zusammen. Durch die sehr großen einzelnen Bildelementen bietet die Kamera ein hervorragendes Rauschverhalten und eine bisher nicht erreichte Empfindlichkeit. Aber auch alle anderen Punkte wie Farbwiedergabe oder Auflösungsvermögen sind ohne Tadel. In allen Punkten liefert die D3 die beste Bildqualität all' meiner Digitalkameras.
Lieferumfang
*** = befriedigend

Zumindest Capture NX -ein leider sehr langsam arbeitender RAW-Konverter, der aber eine hervorragende Bildqualität liefert (besser als Adobe), wird endlich mitgeliefert. Die Software zur Fernsteuerung der Camera kostet 150 Euro extra! Ein Kameragurt liegt bei, dessen Qualität aber deutlich schlechter ist, als der von bisherigen Profimodellen. Ansonsten gibt es einige Kabel, ein gedrucktes Handbuch und übliche Software, die auch im Internet kostenlos erhältlich ist. Das Ladegerät kann im Gegensatz zu dem der D2Xs jetzt 2 Akkus aufnehmen, läd diese aber nacheinander und nicht gleichzeitig.

Pro & Kontra

+:

  • Vollformatchip mit sehr großen einzelnen Bildelementen,
  • extrem robustes, sehr gut gegen Staub und Feuchtigkeit geschütztes Gehäuse,
  • excellentes Rauschverhalten (bisher das Beste im KB-Bereich),
  • extrem empfindlich (bis 25.600 ISO),
  • sehr schnell (9 Bilder/Sekunde),
  • 2 CF-Kartensteckplätze und diese flexiebel nutzbar,
  • der mitgelieferte Lithiumionen-Akku hält sehr lange: weit über 1.000 Fotos sind möglich,
  • hervorragender Autofokus (sehr schnell und zuverlässig),
  • hervorragende Belichtungsmessung,
  • riesiger und sehr guter Monitor,

-:

  • Bedienung ist gegenüber der D2Xs/D200 stellenweise schlechter geworden,
  • keine einblendbaren Gitterlinen wie bei der D200 oder D300,
  • keine Sensorreinigung,
  • Weißabgleich liefert im Wald schlechteres Ergebnis als die D2Xs,
  • der Belichtungsmesser ist nicht empfindlich genug um die hohen ISO-Werte voll ausnutzen zu können,

Fazit

Die Nikon D3 ist die erste meiner digitalen Spiegelreflexkameras, die alles besser kann als meine alte Nikon F5. Ich bin mit der Kamera voll auf zufrieden und bin in keinem Punkt von ihr enttäuscht. Die Bildqualität ist in jeder Disziplin einem Diafilm überlegen und ich hatte noch keine Digitalkamera mit besserer Bildqualität. Die Eigenschaften bei hohen ISO-Werten (3200, 6400 zur Not bis zu 25600) sind unglaublich und mit herkömlichen Filmen undenkbar. Auch die eigentliche Kameartechnik übertrifft die Fähigkeiten der F5. So hat der Belichtungsmesser einen kleinen und der Autofokus einen gewaltigen Fortschritt gemacht. Bis heute (Januar 2009) habe ich ca. 11.000 Bilder mit der Kamera belichtet.

2009 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 24.1.2009