Erfahrungsbericht:
Nikon D200


 

Möwe
D200
AF 80-400/4,5-5,6 VR
 f:8; 1/640s; ISO 200

 

 



Höhle
D200
AF 10,5/2,8 DX
 f:4,5; 1/45s; ISO 800

 

 



Kea
D200
AF 80-400/4,5-5,6 VR
 f:8; 1/160s; ISO 100

 



Möwen
D200
AF 80-400/4,5-5,6 VR
 f:8; 1/350s; ISO 100

 



Möwen
D200
AF-S 18-200/3,5-5,6 VR
 f:7,1; 1/90s; ISO 400

Kaufentscheidung

Da ich mit der Fuji S2 Pro sehr unzufrieden war, wollte ich diese so schnell wie möglich durch eine Kamera ablösen, die folgende Punkte erfüllen sollte:

  • schneller und zuverlässiger Autofokus - vergleichbar mit der Leistung von der F5,
  • kombatiebel zu meinen manuell fokusierbaren Objektiven,
  • robustes und gegen Staub und Feuchtigkeit abgedichtetes Gehäuse,
  • mindestens 3 besser 5 Bilder pro Sekunde bei möglichst großem Zwischenspeicher für RAW-Dateien.

Nach dem ich mir die Canon EOS 1D Mk II mit 3 Objektiven zugelegt hatte, stetzte ich die S2 hauptsächlich mit dem Nikon AF 80-400/4,5-5,6 VR Objektiv oder seltener mit dem AF 60/2,8 Micro ein. Als Ersatz für die S2 kamen für mich sowohl Canon als auch Nikon Kameras in Frage.

Von den Canon Objektiven war ich etwas enttäuscht. Ich habe das EF 100-400/4,5-5,6 IS einmal an meiner EOS 1D ausprobiert aber das Objektiv gefiel mir überhaupt nicht. Anders als das Nikonobjektiv handelt es sich um ein Schiebezoom, was bei Autofokusobjektiven meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn ergibt. Leider muss man bei dem Canon IS-System mit einem Schalter vor der Aufnahme festlegen, ob man mitziehen möchte oder nicht. Das ist viel zu unpraktisch und bei Nikon VR-Objektiven nicht nötig. Außerdem sind bei Canon nur die Serie 1-Kameras gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt und somit hätte ich auf einen Nachfolger der EOS 1D warten müssen, da ich grundsätzlich ungern zwei gleiche Kameras einsetze.

Als dann Nikon für mich ziemlich überaschend die D 200 vorstellte, schien das die ideale Kamera für mich zu sein, wurden doch alle meine oben genannten Kriterien erfüllt. Außerdem konnte ich mein AF 80-400 VR weiterverwenden.

Handhabung
****** = sehr gut +

Die Bedienung der Kamera ist absolut vorbildlich einfach. Zusammen mit der Nikon D2Xs hatte ich noch keine Kamera, die sich einersets so intuitiv bedienen läßt und andererseits so viele Funktionen bietet. Gegenüber der D2 und der D3 ist die Kamera deutlich kleiner und leichter, liegt aber dennoch gut in der Hand und läßt sich auch mit großen Objektiven gut halten. Das Gehäuse ist gut gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt und besteht aus einer Magnesiumlegierung. Der Monitor ist groß und scharf. Es war die erste bezahlbare, digitale Spiegelreflexkamera von Nikon, die wieder voll kompatibel zu fast allen Nikonobjektiven ist.

Belichtung
***** = sehr gut
Mit Hilfe des 1005 Meßfelder enthaltenden Belichtungssensors ist die Belichtungsmessung sehr zuverlässig. Außerdem kann die Meßcharakteristik auf Spot- oder Selektivmessung umgeschaltet werden oder die Kamera fertigt auf Wunsch automatische Belichtungsreihen an. Die Belichtungsgenauigkeit entspricht der der F5.
Autofokus
**** = gut

Der Autofokus erreicht in etwa die Geschwindigkeit der F5. Damit erfüllte die Kamera meine Erwartungen und war ein geeigneter Ersatz für meine Fuji S2. Gegenüber den Profimodellen von Canon (1D mk II) und Nikon (D2Xs und D3) ist der Autofokus aber merklich langsamer und das Verfolgen bewegter Objekte weit weniger zuverlässig. Die 9 AF-Felder decken auch einen kleineren Teil des Sucherbildes ab.

Bildqualität
**** = gut

Die Bildqualität liegt ziemlich genau zwischen der der Fuji S2 und der Canon 1D Mk II. Gegenüber der Fuji ist sie eigentlich in jedem Punkt leicht überlegen. Die im Vergleich zur Canon geringfügig höhere Auflösung führt nicht zu besseren Abzügen, da die Canon Kamera Bilder mit deutlich höherem Dynamikumfang und viel geringerem Rauschen liefert. Die Bildqualität ist in etwa gleichwertig zu der der Nikon D2Xs.

Lieferumfang
*** = befriedigend

Leider liefert Nikon keinen vollwertigen RAW-Konwerter und keine Fernsteuersoftware mit. Beides kostet jeweils ca. 150€ zusätzlich. Die nötigsten Kabel und ein ordentlicher Kameragurt werden mitgeliefert ebenso ein Akku und ein passendes Ladegrät.

Pro & Kontra

+:

  • robustes, gegen Staub und Feuchtigkeit geschütztes Metall-Gehäuse,
  • vorbildlich einfache, gut durchdachte Bedienung,
  • kompatibel zu praktisch allen Nikon Objektiven,
  • eingebautes Blitzgerät, dass auch Masterblitz bei drahtlosem Multiblitz sein kann,
  • sehr kompakt und für die gebotene Leistung leichtes Gehäuse,
  • großer gut ablesbarer Monitor,
  • in das Sucherbild einblendbare Gitterlinien,

-:

  • der Akku könnte länger halten (reicht für mindestens 300 Aufnahmen),
  • kein vollwertiger RAW-Konverter und keine Fernsteuersoftware im Lieferumfang,
  • keine Sensorreinigung,
  • kein 100%-iges Sucherbild,

Fazit

Seit April 2006 ca. 10.000 belichtete Fotos

Da ich die Kammera zuletzt immer seltener eingesetzt hatte, habe ich mich im Oktober 2009 entschieden die Kamera zu verkaufen. Dabei war die Entscheidung nicht leicht, ob ich die D2Xs oder die D200 behalten sollte. Die Bildqaulität ist etwa gleich gut, die D200 ist viel kleiner und leichter, aber die D2Xs hat den deutlich besseren Autofokus. Da ich mit der DX-Kamera vorwiegend Teleaufnahmen mache, hat der bessere Autofokus den Ausschlag zu Gunsten der D2Xs gegeben.

Weitere sehr ausführliche Tests findet man hier:
www.dpreview.com
www.imaging-resource.com

 


2010 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 14.02.2010