Erfahrungsbericht:
Canon EOS 1D Mk II


 

Brücke
EOS 1D Mk II
EF 16-35/2,8
 f:11, 1/125s; ISO 100

 



Fjord
EOS 1D Mk II
EF 24-70/2,8
 f:11; 1/25s; ISO 100

 



Hutsch
EOS 1D Mk II
EF 70-200/2,8 IS
 f:3,5; 1/60s; ISO 400

 

Lofoten
EOS 1D Mk II
EF 70-300/4,5-5,6 DO IS
 f:16, 1/100s; ISO 100

 

Stabkirche
EOS 1D Mk II
EF 16-35/2,8
 f:8, 1/200s; ISO 100

Kaufentscheidung

Begeistert von der Bildqualität der digitalen Fotos einerseits und andererseits die Enttäuschung über die Kameratechnik meiner Fuji S2 Pro (Autofokus, klappriges Gehäuse, keine Belichtungsmessung mit alten Objektiven) wollte ich auch für den Weitwinkelbereich, wofür ich bisher noch die Nikon F5 verwendet habe, und meine manuell zu fokusierenden Superteleobjektive (500/8 und 600/4) eine professionelle Digitalkamera einsetzen.

Von Nikon war ich seit Einführung der digitalen SLR-Kameras sehr enttäuscht. Deren erste Digitalkameras waren eine Zumutung was Auflösung und Kompatibilität angeht:

  • Innerhalb weniger Jahre wurden drei TTL-Blitzsysteme eingeführt, die untereinander nicht kompatibel sind.
  • Moderne Kameras wie die D100, D80, D70, D60, ... können praktisch nicht mit Objektiven verwendet werden, die keinen Prozessor eingebaut haben.
  • Die modernen G-Objektive lassen sich nicht mehr an der FM2 oder anderen älteren Kameras verwenden.
  • Die VR-Technik funktioniert nicht an der F4.
  • ...

Da ich von Nikon in absehbarer Zeit keine bezahlbare Vollformatkamera erwartete, stand mein Entschluß fest: Ich wechsel zu Canon. Das bedeutet natürlich auch, dass ich mir neue Objektive zulegen musste, so entschied ich mich als Grundausstattung für die drei "üblichen" lichtstarken Zoomobjektive: EF 16-35/2,8, EF 24-70/2,8, EF 70-200/2,8 IS. Zusammen mit dem 1,3-fach Brennweitenverlängerungsfaktor kam ich im Weitwinkelbereich bis auf 21mm herunter, was bei der Lichtstärke mit einer Nikon D2X und orginal Nikonobjektiven nicht möglich gewesen wäre.

Handhabung
**** = gut

Die Kamera ist sehr groß und schwer, liegt aber wie angegossen in der Hand. Würde Canon einen modernen Lithiumionen Akku anstelle des NiMh-Akkus verwenden, könnte das Gehäuse kleiner und leichter sein.

Die Gummiarmierung ist angenehm und sehr griffig. Mir persöhnlich gefällt die Anordnung des vorderen Einstellrades oberhalb des Auslosers besser als die Lage bei Nikon unterhalb mit senkrechter Drehachse. Dafür finde ich das hintere Daumenrad bei Nikon praktischer. Die Bedienung insgesamt finde ich günstiger als bei der Nikon F5, jedoch sind die neueren Nikon Kameras (D200, D2Xs und D3) deutlich besser und einfacher zu bedienen.

Die Menüstruktur auf dem Bildschirm ist nicht sehr übersichtlich und einige Funktionen erschließen sich nur unter Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung. Hat man alle Funktionen kennen gelernt und die zahlreichen Individualfunktionen an seine Bedürfnisse angepasst, was aber etwas Zeit und Erfahrung braucht, kann man die Kamera sehr schnell und effektiv bedienen.

Leider besitzt die EOS 1D Mk II keine ISO-Automatik.

Das Ansetzen der Objektive ist bei Canon sehr viel einfacher als bei Nikon mit dem hakeligen F-Bajonet mit seinen mechanischen Übertragungen.

Belichtung
***** = sehr gut

Die Belichtungsmessung erfolgt mit einer 21 Felder umfassenden Mehrfeldmessung. Wahlweise steht auch Selektiv- oder Spotmessung zur Verfügung. Was mir besser gefällt als an Nikon Kameras, ist die Möglichkeit der Multispotmessung und ein zusätzlicher Knopf für die Spotmessung.

Auch wenn das Belichtungssystem nicht so aufwendig ist wie die 3D-Color-Matrixmessung mit den 1005 Messfeldern der Nikon Profimodelle, konnte ich mich 100%-ig auf die Matrixmessung verlassen und hatte praktisch keine fehlbelichteten Aufnahmen.

Autofokus
*****= sehr gut

in Arbeit

Bildqualität
***** = sehr gut

in Arbeit

Lieferumfang
**** = gut (+)

in Arbeit

Pro & Kontra

+:

  • sehr robustes, vorbildlich gegen Staub und Feuchtigkeit geschütztes Metall-Gehäuse,
  • sehr schneller und zuverlässiger Autofokus,
  • sehr hohe Bildfrequenz (8 Bilder pro Sekunde) bis zu 20 RAW-Bilder in Folge,
  • hervorragendes Rauschverhalten, bei ISO 1600 deutlich besser als die Fuji S2 oder die Nikon D200 und auch die D2Xs,
  • Möglichkeit mittels Adapter auch alte Nikon Objektive und diese mit Belichtungsmessung (bei Arbeitsblende) zu benutzen,
  • RAW-Konverter und Fernsteuersoftware gehört zum Lieferumfang,
  • mit einem Kropfaktor von 1,3-fach etwas größerer Chip und daher besser für Weitwinkel geeignet,
  • Multispotmessung und Spotmeßtaste,
  • ...

-:

  • kein Vollformatsensor,
  • keine ISO - Automatik wie bei neueren Nikon Kameras,
  • Menü ist etwas unübersichtlich und teilweise nur nach lesen der Anleitung verständlich,
  • ...

Fazit

Seit Oktober 2004 bis Ende 2006 ca. 8.000 belichtete Fotos

Wäre mir die Kamera nicht gestohlen worden, würde ich sie noch heute einsetzen.


2008 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 05.03.2008