Erfahrungsbericht:
Nikon AF-S Nikkor 17-35/1:2,8 D IF-ED


*Die im folgenden beschriebenen Erfahrungen beruhen auf der Verwendung des Objektivs mit analogen (Film-) Kameras (F5, F4, FM2)!

 

 


Feldweg
F5, AF-S 17-35/2,8
17mm; f:6,3; 1/100s

 

 


Sonnenaufgang
F5, AF-S 17-35/2,8
35mm; f:16; 1/80s

 

 


Radioteleskop Effelsberg
F5, AF-S 17-35/2,8
17mm; f:5,6; 1/1250s

 

 


Ausichtspunkt auf Rügen
F5, AF-S 17-35/2,8
22mm; f:7,1; 1/320s

 

 


Morgenrot
F5, AF-S 17-35/2,8 24mm; f :4,5; 1/80s


Kaufentscheidung

Beim Umstieg auf das Nikon System hatte ich die Absicht, mit möglichst wenig Objektiven den größtmöglichen Nutzen zu erhalten. Da kam dieses Objektiv wie gerufen, deckt es doch den gesamten Weitwinkelbereich ab, und dies mit der hohen Lichtstärke von 2,8 wie die meisten festbrennweitigen Objektive.

Vor dem Kauf war ich allerdings skeptisch, ob ein Zoomobjektiv mit der extremen Brennweite von nur 17mm überhaupt ordentlich korrigiert werden kann. Schließlich gab es zu dem Zeitpunkt nur ein 18mm Objektiv im Nikon AF-Programm, das schon zwei Drittel von dem kostet, was für dieses Zoom zu bezahlen ist. Das neue 14mm, das nur einen um 10°  größeren Bildwinkel bietet, ist sogar teurer.

Gegenüber dem alten 20-35/2,8 hat es den großen Vorteil der deutlich kürzeren Naheinstellgrenze, den schnellen und vor allem geräuscharmen AF-S Antrieb und den um 10° größeren Bildwinkel.

Abbildungsqualität:
Schärfe und Kontrast
*****
Um so mehr bin ich von der nahezu tadellosen Bildqualität beeindruckt. Meine festbrennweitigen 24 mm und 28 mm Objektive von Canon waren nicht besser. Selbst mit offener Blende ist die Qualität schon sehr gut. Zum Rand hin läßt die Schärfe bei offener Blende etwas nach, aber ab Blende 5,6 ist das Bild im gesamten Brennweitenbereich bis in die Randbereiche scharf und kontrastreich.
Helligkeitsverteilung
*****
Die Vignettierung ist selbst im Vergleich zu Weitwinkelobjektiven mit fester Brennweite gering und schon bei geringem Abblenden praktisch nicht mehr erkennbar.
Verzeichnung
*****
Auch die Verzeichnung ist bei allen Brennweiten sehr gering und mir noch nie störend aufgefallen. Ebenfalls absolutes Festbrennweiten-Niveau.
Streulicht
*****
Für ein Objektiv mit großem Aufnahmebereich ist ein gutes Streulichtverhalten besonders wichtig, da häufig die Sonne auf die Frontlinse trifft oder sogar mit ins Bild kommt. Hier sind Zoomobjektive wegen der großen Anzahl von Linsen meist Festbrennweiten deutlich unterlegen. Nicht jedoch bei diesem Prachtexemplar. Ganz selten sind schwache "Geisterbilder" zu erkennen, die aber auch von dem UV Filter stammen können, den ich zum Schutz des Objektivs immer verwende.

Auch die Brillianz der Bilder läßt im Gegenlicht nicht nach. Wegen des hervorragenden Streulichtverhaltens, mache ich sehr gerne und auch häufig Gegenlichtaufnahmen. Wer nicht glaubt, wie beeindruckend die Ergebnisse sein können, kann sich einige meiner Beispielbilder ansehen. (Einige lassen sich durch anklicken vergrößern)

Handhabung
*****
Das Objektiv ist nicht wirklich klein und leicht. Mit den großen und schweren Profigehäusen der F4 und F5 liegt es aber wie angegossen in der Hand. Der Zoomring läßt sich leicht verstellen, bietet dabei aber genug Wiederstand um präzises Einstellen zu ermöglichen. Gleiches gilt für die manuelle Scharfeinstellung, die bei den AF-S Nikkoren jederzeit möglich ist, ohne vorher am Objektiv oder an der Kamera auf manuelle Fokussierung schalten zu müssen. Insgesamt scheint die Konstruktion sehr robust zu sein, nichts klappert oder wackelt. Die Mischung aus Metall und Gummiarmierung ist sehr angenehm.
Die Bajonett-Gegenlichtblende bietet einen guten Schutz gegen Streulicht, und kann umgekehrt am Objektiv befestigt werden. Trotz des großen Bildwinkels lassen sich normale 77mm Filter am Objektiv verwenden.
Im Vergleich zu der Palette von Festbrennweiten, die abgedeckt werden: 18,20,24,28 und 35 mm, ist das Objektiv sehr preiswert, leicht und platzsparend. Dabei ist die optische Qualität diesen Objektiven absolut ebenbürtig. 
Lieferumfang
****
Im Lieferumfang sind ein Lederköcher und die sehr effektive Gegenlichtblende enthalten.

Pro & Kontra

+ :
  • mit Festbrennweiten vergleichbare Abbildungsqualität
  • im Lieferumfang sind Gegenlichtblende und Köcher enthalten
  • sehr handlich
  • kürzeste Naheinstellung von 28cm
  • hoher aber angesichts des gebotenem angemessener Preis
- :
  • keine Schärfentiefenskala
  • die vorderste große Linse ist bereits eine teure Asphäre, daher sollte zum Schutz stets ein Filter verwendet werden
Das AF-S 17-35 ist mein absolutes Lieblingsobjektiv geworden, mit dem ich die meisten Bilder mache.

© 2001 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 01.05.2001    Home