Erfahrungsbericht:
Nikon AF-S 14-24mm 1:2,8G ED


 

 


Diana-Tempel
Nikon D3
AF-S 14-24/2,8
  f:8; 1/640s

 


Pompeji
Nikon D2Xs

AF-S 14-24/2,8
f:8; 1/160s

 


Aquädukt
Nikon D3
AF-S 14-24/2,8
  f:5,6; 1/400s

 


Kaufentscheidung

Neben den beiden Zoomobjektiven AF-S 70-200/2,8 und AF-S 24-70/2,8 sollte dieses Objektiv den Brennweitenbereich nach unten erweitern und das von mir sehr häufig eingesetzte Weitwinkelzoomobjektiv (16-35 von Canon bzw. 17-35 von Nikon) ersetzen.

Außerdem bietet das Objektiv mit seiner kürzesten Brennweite von 14mm die derzeit extremste vollkorrigierte Brennweite an Kleinbildspiegelreflexkameras.

Abbildungsqualität:
Schärfe und Kontrast
****** = super
Trotz der extremen Brennweiten im Superweitwinkelbereich ist es Nikon gelungen, durch die Einschränkung auf einen verhältnismäßig kleinen Zoomfaktor ( 1,7-fach) ein konkurenzloses Objektiv herzustellen. Die Bildqualität ist deutlich besser als die der zur Zeit lieferbaren festbrennweitigen Superweitwinkelobjektive, bei gleich hoher oder sogar höherer Lichtstärke. Die Bildqualität ist schon bei offener Blende sehr hoch. Leichtes Abblenden führt zu absoluten Spitzenwerten in Kontrast und Auflösung. Die hohe Qualität fällt auch nur leicht zu den Bildrändern ab, so dass es in der Praxis nicht stört.
Helligkeitsverteilung
***** = sehr gut
Für den extremen Bildwinkel ist die Helligkeitsverteilung sehr gleichmäßig und nur bei offener Blende ist ein leichter Lichtverlußt zu den Ecken erkennbar.
Verzeichnung
**** = gut
Während bei der längsten Brennweite von 24mm in der Praxis keine Verzeichnug auftritt, wird mit verringern der Brennweite die Verzeichnung rasch stärker und erreicht bei der kürzesten Einstellung eine recht starke tonnevörmige Verzeichnung. Diese ist sehr gleichmäßig und läßt sich leicht per Software korrigieren.
Streulicht
**** = gut
Das Streulichtverhalten ist bei einem Objektiv mit so großem Bildwinkel sehr wichtig, da häufig die Sonne oder andere Lichtquellen im Bildbereich liegen. Ein Kontrastabfall ist auch dann nicht zu erkennen und Geisterbilder sind selten und unauffällig. Trotz der vielen und zum Teil sehr großen Linsen treten Flares nur selten und unscheinbar auf.
Handhabung
**** = gut

Das Objektiv ist perfekt verarbeitet. Es liegt mit seiner Größe und der Anordnung von Zoom- und Entfernungseinstellring sehr gut in der Hand. Der Autofokus ist schnell und praktisch geräuschlos.

Leider kann man an dem Objektiv keine Filter verwenden.Während man sich vorstellen kann, das bei der großen Frontlinse und dem gewaltigen Bildwinkel ein Frontfilter kaum zu realisieren war, ist es mir unverständlich, warum Nikon keine Möglichkeit vorgesehen hat, hinten Filter einzusetzen, wie das bei vielen anderen Objektiven möglich ist.

Der kleine Brennweitenbereich deckt nur den Bildwinkel von Ultraweitwinkelobjektiven ab. Damit ist es ein reines Spezialobjektiv und eigentlich nur ein (besserer) Ersatz für die festbrennweitigen Superweitwinkelobjektive mit 14mm oder 17mm Brennweite.

Die große, stark gewölbte Frontlinse läßt sich bei Regen oder Schneefall nur schwer schützen.

Lieferumfang
*** = befriedigend
Im Lieferumfang sind eine brauchbare Objektivtasche aus Nylon und ein nicht idealer Frontlinsenschutz aus wenig hochwertigem Kunststoff enthalten. Die zwangsweise sehr kurze Gegenlichtblende ist fest eingebaut.

Pro & Kontra

+ :
  • hervorragende optische Leistungen - besser als bei den 14mm Festbrennweiten von Nikon oder Canon,
  • tolle Verarbeitungsqualität,
  • schneller Autofokus,

- :

  • Es sind keine Filter verwendbar,
  • für den universellen Gebrauch (als Ersatz für das 17-35) ist die längste Brennweite von 24mm etwas kurz,
  • nicht an älteren Nikonkameras verwendbar (G-Typ),
  • die große Frontlinse läßt sich nur schwer vor Regen oder Schneefall schützen,

Fazit

Technisch ist das Objektiv fast perfekt. Für mich nicht so wichtig ist, die fehlende Möglichkeit Filter einzusetzen. Wer gerne und oft Superweitwinkelobjektive einsetzt, hat mit diesem einzigartigen Objektiv einen Grund, sich eine Nikon FX-Kamera zuzulegen.

Ich habe mich bei dem Objektivkauf ziemlich verschätzt. Als Ersatz für das von mir früher fast als Standardobjektiv eingesetzte Weitwinkelzoom 17-35 taugt das Objektiv mit seinen extremen Brennweiten nicht. Dafür ist die längste Brennweite von 24mm einfach zu kurz und extrem. Schön wäre also ein Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 14-35mm, doch ob das mit einer derart hohen Bildqualität zu bezahlbarem Preis möglich ist, bleibt fraglich.

Ich bereue den Kauf des Objektivs aber keineswegs, da ich mir als Superweitwinkel sonst das festbrennweitige 14 mm Objektiv gekauft hätte, das diesem Prachtexemplar aber optisch sogar unterlegen ist. Es ist nur Schade, das bei den von mir vorrangig fotografierten Motiven das Objektiv so selten zum Einsatz kommt, denn ich arbeite sehr gerne mit dem Objektiv.

Weitere Tests dieses Objektivs mit Meßdaten oder Beispielfotos finden sich hier:
www.slrgear.com
www.photozone.de


© 2010 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 13.02.2010