Erfahrungsbericht:
Nikon AF Micro Nikkor 60/1:2,8 D


*Die im folgenden beschriebenen Erfahrungen beruhen auf der Verwendung des Objektivs mit analogen (Film-) Kameras (F5, F4, FM2)!

 

Sonnenstrahlen
F5, AF 60/2,8 D
 f:5; 1/60s

 

Blume im Garten
F5, AF 60/2,8 D
 f:32; 1/60s; SB-28

 

Schmetterling
F5, AF 60/2,8 D
 f:8; 1/60s

 



Glockenblume
F5, AF 60/2,8 D
 f:10; 1/60s

 

 

Kaufentscheidung Nachdem ich die beiden AF-S Zoomobjektive 17-35 und 80-200 besaß, mußte ich, um den meisten Aufnahmesituationen mit nur 3 Objektiven gerecht zu werden, mit einem dritten Objektiv noch die Brennweitenlücke um den "Normalbereich" füllen. 
Da ich persönlich nicht gerne mit Normalobjektiven arbeite, entschied ich mich für ein Makroobjektiv, daß ich sonst für Spezialanwendungen sowieso angeschafft hätte.

Von den drei festbrennweitigen AF- Makroobjektiven ist es gleichzeitig das billigste und schärfste. Für die kurze Brennweite sprechen noch der etwas größere Schärfebereich, der in der Nahfotografie oft Probleme bereitet. Außerdem ist das Objektiv kompakt und leicht.

Abbildungsqualität:
Schärfe und Kontrast
*****
Die Schärfe und Kontrastleistung dieses Objektivs ist nahezu perfekt. Lediglich bei offener Blende ist ein deutlicher Randabfall zu bemerken (-> MTF Diagramme bei Photodo). Geringes Abblenden auf 4 oder kleiner läßt die Leistung auf absolute Spitzenwerte steigen.

Dabei ist die Leistung vom Abbildungsmaßstab 1:1 bis Unendlich gleichbleibend hoch, so daß, abgesehen von der Schwäche bei offener Blende und der geringen Lichtstärke, ein Normalobjektiv voll ersetzt werden kann. 

Helligkeitsverteilung
*****
Vignettierung konnte ich bisher auf meinen Bildern nicht erkennen, allerdings setze ich das Objektiv auch nur sehr selten mit offener Blende ein.
Verzeichnung
*****
Verzeichnung konnte ich ebenfalls noch nicht beobachten.
Streulicht
***
Der einzige Punkt, von dem ich ein wenig enttäuscht bin. Mit seinen nur 8 eingebauten Linsen hätte ich erwartet, daß das Objektiv im Vergleich zu den beiden AF-S Zoomobjektiven besser abschneiden würde. Allerdings ist das Gegenteil der Fall. Abzeichnung treten zwar kaum auf, aber ich konnte schon einen Kontrastabfall bei Gegenlichtaufnahmen feststellen. 
Handhabung
****
Da die Frontlinse sehr weit zurück geschützt liegt und der Gebrauch der Gegenlichtblende zu umständlich ist, verwende ich das Objektiv fast immer ohne Sonnenblende und ohne UV-Filter.
Lieferumfang
*
Man muß schon dankbar sein, daß die Objektivdeckel mitgeliefert werden. Die einschraubbare Gegenlichtblende muß für viel Geld extra erworben werden und ist in der Handhabung so unpraktisch, daß ich sie praktisch nie verwende.

Pro & Kontra

+:

  • hervorragende Abbildungsqualität

  • sehr handlich

  • ohne Zubehör bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 automatisch fokussierbar

  • relativ günstiger Preis (verglichen mit anderen Makroobjektiven)

-:

  • Gegenlichtblende nicht im Lieferumfang und nur einschraubbar

  • Bei offener Blende (2,8) nicht so gut wie Normalobjektiv

  • teurer als 50/1,4

  • langsamer, und viel Strom benötigender Autofokus

  • für große Abbildungsmaßstäbe nur sehr kleiner Abstand zwischen Frontlinse und Objekt


© 2001 Thorsten Hagedorn     -     letzte Aktualisierung: 08.05.2001    Home